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Wie spreche ich über Nachhaltigkeit?

Vielleicht haben Sie sich das ja auch schon gefragt. Dann wären Sie in guter Gesellschaft, denn das ist – zumindest bei mir – eine der Fragen überhaupt, mit denen Unternehmen auf mich zukommen. Das sind in der Regel Inhaber/innen von kleinen Unternehmen, die bei ihrem unternehmerischen Handeln auf den Umgang mit Ressourcen und Mitmenschen (Kollegen, Mitarbeitern, Lieferanten…) achten und denen Nachhaltigkeit persönlich am Herzen liegt.

Große Unternehmen haben mittlerweile ganze Abteilungen, die sich mit CSR und Nachhaltigkeit beschäftigen, Nachhaltigkeitsberichte verfassen und sich die verschiedenen ökologischen und sozialen Belange kümmern.

Ich finde den Begriff Nachhaltigkeit so doof.

Ja, ich auch. Vor allem deshalb, weil er so inflationär gebraucht wird, mantramäßig wiederholt wird, wenn irgendetwas besonders gut dastehen soll und weil er auch oft falsch eingesetzt wird. Kann man auf diesen Begriff verzichten? Das habe ich schon mit den unterschiedlichsten Leuten teils sehr konträr diskutiert.

Das spricht für den Begriff Nachhaltigkeit oder nachhaltig:

  • sehr bekannt
  • Die meisten Menschen hierzulande haben zumindest eine grobe Vorstellung, was darunter zu verstehen ist.
  • Es ist ein breit gefasster Begriff, was sehr positiv ist, wenn man ein umfassendes Wort sucht.

Das spricht gegen den Begriff Nachhaltigkeit oder nachhaltig:

  • sehr schwammig
  • Es wird oft so wahrgenommen, dass darunter alles und nichts zu verstehen ist. „Heute ist fast alles nachhaltig.“
  • Doppelte Bedeutung von „nachhaltig“
  • Begriff alleine beinhaltet keine wirklich substantielle Aussage.

Meine Empfehlung

Nur zu sagen „Unser Unternehmen ist nachhaltig. Meine Produkte sind nachhaltig“ geht natürlich nicht. Meine Empfehlung an meine Kunden, mit denen ich an dem Thema „Kommunikation von Nachhaltigkeit“ arbeite, ist:

  1. Überlegen Sie sich, was Nachhaltigkeit für Sie ganz konkret bedeutet. Was verstehen Sie unter diesem Begriff? Was liegt Ihnen in Bezug auf Ihr Unternehmen am Herzen?
  2. Wie setzen Sie Nachhaltigkeit in Ihrem Betrieb / Ihrem Unternehmen um?
  3. Welche Aspekte von Nachhaltigkeit sind für Ihre Tätigkeit besonders relevant?
  4. Ist das alles erarbeitet, geht es erst daran, die richtigen Worte zu finden. Um einen guten Ton zu treffen, hilft es, wenn Sie sich vorstellen, Sie sitzen jemandem gegenüber und erzählen ihm oder ihr die oben genannten Dinge. So finden Sie leichter zu einer direkten Ansprache. Sonst verfallen viele eher in den Stil „wissenschaftlichen Aufsatz schreiben“ oder „gesteltzen Vortrag halten“.
  5. Das Wort „Nachhaltigkeit“ darf natürlich vorkommen. Oft empfehle ich auch bewusst zum Beispiel den Menüpunkt so zu nennen, damit jeder Webseitenbesucher sofort weiß, was sich dahinter verbirgt. Aber der dann folgende Text muss persönlich und konkret werden.