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Warum wollen Unternehmen klimaneutral arbeiten?

Die Liste der deutschen Unternehmen, die klimaneutral arbeiten, wird immer länger. Was bedeutet Klimaneutralstellung? Zunächst müssen alle CO2-Emissionen, die ein Unternehmen verursacht, berechnet werden. Diese errechneten CO2-Emissionen werden durch Einsparungen und Effizienzsteigerung soweit wie möglich reduziert. Die Emissionen, die sich nicht einsparen lassen, können durch CO2-Kompensationszertifikate ausgeglichen werden. Was sind die Motive der Unternehmen, die ihre Tätigkeit klimaneutral stellen?

Energieeinsparungen und Effizienzsteigerungen bedeuten auch immer reduzierte Kosten. Der Return on Investment bei solchen Maßnahmen ist ja meist recht hoch. Da liegt die Vermutung nahe, dass Kostensenkung einer der Hauptbeweggründe für unternehmerischen Klimaschutz ist, gerade in wirtschaftlich nicht so rosigen Zeiten.

Fraunhofer-Studie

Eine jüngst veröffentlichte Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) zeichnet jedoch ein anderes Bild. Die Studie untersucht, warum und wie deutsche Unternehmen klimaneutral arbeiten, welche Kosten und welcher Aufwand damit verbunden sind und wie zufrieden die Unternehmen sind.
Befragt zu den Motiven der Klimaneutralstellung gaben die Unternehmen „weiche“ Faktoren wie Imageverbesserung, Umsetzung der Unternehmensphilosophie und Erreichen von strategischen Zielen der Corporate Social Responsibility (CSR) an. Kosteneinsparungen stünden nicht im Vordergrund. Ich hatte vermutet, dass harte Fakten wie Kostensenkung zumindest gleich bedeutend sind.

Welche Auswirkungen hatte die Klimaneutralstellung?

Die Angaben, die die Befragten der Studie machten, korrelieren mit den Motiven: Imagesteigerung, positive Berichterstattung, Steigerung der Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Um das zu erreichen, muss die Unternehmens-Klimapolitik natürlich entsprechend nach außen kommuniziert werden.
Das Gesamtergebnis der Studie ist sehr positiv: Über 70%  der Unternehmen sind zufrieden und würden dieselben Maßnahmen wieder ergreifen. Der Rest würde dasselbe Ziel mit anderen Mitteln anstreben. Und 70% der Befragten planen weitere Investitionen für den Klimaschutz.

Herausforderungen für die Zukunft

Eines der Hauptprobleme beim Thema Klimaneutralität ist, dass eine klare Definition und einheitliche Bewertungsmaßstäbe fehlen. Das wurde auch in der Studie als Herausforderung für die Zukunft genannt. Klimaneutralität bei einem Unternehmen sollte natürlich weitestgehend mit Klimaneutralität eines anderen Unternehmens übereinstimmen. In vielen Bereichen der Nachhaltigkeit ist eine einheitliche Bewertungsgrundlage nicht gegeben bzw. schwer herzustellen. Dazu muss Forschung und Wissenschaft noch ein bisschen weiterkommen, um z.B. Kausalbeziehungen zu klären. Nachhaltiges Wirtschaften und Leben fangen gerade an „laufen zu lernen“. Und das lernt man am besten und schnellsten durch Üben, Üben, Üben. In diesem Sinne: Weitermachen, sich über Erfahrungen austauschen, so dass nicht jedes Unternehmen das Rad neu erfinden muss, Kurs anpassen und – weitermachen.

Die gesamte Studie steht als kostenloser Download auf der Webseite des Competence Center Electronic Business am Fraunhofer-IAO zur Verfügung.