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Internationaler Standard für CSR: ISO 26000

Fünf Jahre hat der Beratungsprozess über die ISO 26000 Guidance on Social Responsibility gedauert. Daran beteiligt waren weltweit mehr als 600 Experten und Beobachter aus unterschiedlichen Bereichen, wie Industrie, Gewerkschaften, Konsumenten, Regierungsorganisationen, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft, Global Compact oder dem European Business Ethics Network (EBEN). Veröffentlicht werden die Leitlinien im November 2010.

Was ist die ISO 26000?
Die ISO 26000 sind Leitlinien, die Organisationen jeglicher Art Orientierung und Empfehlungen geben, wie sie sich gesellschaftlich verantwortlich verhalten sollten. (s. Wikipedia) Es ist kein Managementsystem Standard, nach dem sich Unternehmen zertifizieren lassen können. Die Leitlinien schaffen Klarheit über Begriffe und Prinzipien gesellschaftlicher Verantwortung. Das erleichtert vor allem international tätigen Firmen die Verständigung mit Lieferanten und Kooperationspartnern über das Thema. Die ISO 26000 ist also ein „legitimer globaler Referenzstandard […], den die Unternehmen nutzen können, ihre eigenen CSR-Aktivitäten zu überprüfen, zu systematisieren und weltweit gegenüber ihren Kooperationspartnern, ihren Kunden und der jeweiligen Gesellschaft zu kommunizieren“, so Prof. Dr. habil. Josef Wieland vom Konstanz Institut für Wertemanagement (KIeM), der am Entstehungsprozess der Leitlinien beteiligt war, im Interview.

An wen richtet sich die Norm?
Die Leitlinien richten sich an alle Organisationen, nicht nur Unternehmen, sondern auch Hochschulen, Vereine oder Verwaltungen in der ganzen Welt.

Was bringt die ISO 26000?
Zunächst einmal schafft sie Klarheit über Länder-, Branchen- und Kulturgrenzen hinweg. Unternehmen haben global gültige Standards und Best Practices an der Hand, die ihnen bei der Umsetzung und langfristigen Implementierung von CSR bzw. gesellschaftlicher Verantwortung helfen. Unternehmen, die ihr Management konsequent und ernsthaft an ISO 26000 ausrichten, werden schon mittelfristig erfolgreicher sein als Unternehmen, die dies vernachlässigen.

Fazit
Da es sich um keine zertifizierbare Managementsystem-Norm handelt, wie z.B. die Umweltmanagement-Norm ISO 14001, ist es denkbar, dass Unternehmen eine „ISO 26000-Compliance“ zu Werbezwecken missbrauchen. Doch die Vorteile der ISO 26000 überwiegen ganz klar. Es wurde ein Standard geschaffen, an den sich weltweit sämtliche Organisationen halten können – oder besser: sollten.

Weitere Informationen:
Wikipedia

ISO 26000 in der Praxis: Der Ratgeber zum Leitfaden für soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit

Interview mit DNWE-Experten Josef Wieland