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Maßstäbe zur Bewertung fehlen: Unternehmen unsicher in der Kommunikation ihrer Nachhaltigkeits-Strategie

Passend zu dem schon veröffentlichten Beitrag über das Dilemma der richtigen Kommunikation von unternehmerischer Nachhaltigkeit möchte ich kurz über eine US-amerikanische Untersuchung berichten. Sie beschäftigt sich genau mit der Frage, warum viele Unternehmen sich schwer tun, über ihre Bemühungen in Richtung Nachhaltigkeit zu berichten.

Hier eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Umfrage unter Führungskräften, deren Unternehmen eine Nachhaltigkeits-Strategie haben, hat ergeben, dass Nachhaltigkeits-Bestrebungen in Unternehmen zwar auf strategischer Ebene als sehr wichtig eingestuft werden. Die Kommunikation über solche Initiativen wird aber als sehr schwierig empfunden. Alle sind sich einig, dass eine Nachhaltigkeitsstrategie langfristigen Wertzuwachs bringt. Doch darüber, wie die Bemühungen um Nachhaltigkeit Shareholdern am besten erklärt werden, herrscht große Unsicherheit.

Wertzuwachs durch Nachhaltigkeits-Strategie

Die Ergebnisse beruhen auf einer Befragung des „Center for Business Excellence“ an der Miami University, USA und Crowe Horwath LLP, einer  Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in den USA unter 178 Führungskräften (sustainability leaders). Zugegebenermaßen, die Antworten von 178 Menschen sind nicht repräsentativ für alle Unternehmen. Dennoch zeigen die Ergebnisse  auf, welche Schwachstellen als problematisch empfunden werden.

Als die vier größten Schwierigkeiten in der Nachhaltigkeitsberichterstattung kamen zutage:
– Fehlen einer soliden Bewertungsgrundlage für die Nachhaltigkeitsinitiativen
– Unzureichende Mittel
– Unklare oder widersprüchliche Definitionen
– Keine standardisierten Prüfverfahren

Trotz dieser Probleme veröffentlichen fast 70% der befragten Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte, um ihre Reputation bei der Öffentlichkeit, Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten zu steigern.

Wie Umwelt und Soziales bewerten?

Problematisch wird die Berichterstattung jedoch, wenn nicht klar erkennbar und vermittelbar ist, wie die Nachhaltigkeitsstrategie langfristig wertsteigernd wirkt. D.h. die Fragen, was wird einer Bewertung zugrunde gelegt und wie wird es bewertet, sind bislang unbeantwortet – und in vielen Fällen zumindest zurzeit (noch) nicht zu beantworten. Die Standards zur Bewertung der ökonomischen Seite der Triple Bottom Line sind schon sehr ausgereift. Schließlich wird dies traditionell als das Herzstück eines Unternehmens gesehen. Die Bewertungsmaßstäbe für die beiden anderen Bereiche Ökologie und Soziales sind noch nicht festgelegt. Das ist noch Neuland. Es wird von verschiedenen Seiten daran gearbeitet, Entscheidungs- und Bewertungsgrundlagen zu vereinheitlichen und zu bestimmen. Bis funktionierende Standards da sind, werden wohl noch einige Jahre ins Land gehen. Darüber, wie Nachhaltigkeitsstrategien glaubwürdig und transparent kommuniziert werden können, gibt es einige gute Ansätze und Richtlinien von verschiedenen Initiativen. Dieses Fass möchte ich an dieser Stelle nicht aufmachen. Dazu gibt es demnächst einen eigenen Beitrag.